Sprachförderung

 

Die Sprache ist das wichtigste Element, was wir besitzen, um miteinander zu kommunizieren. Dies wird aber durch Fernsehen, Computer, und ständige Neuerungen der Technik immer mehr verdrängt. Besonders unsere Kinder sind dadurch sehr gefährdet, da auch in vielen Familien nicht mehr ausreichend kommuniziert wird. Nachweislich treten bei 60 – 80 % der Kleinkinder schon Redeflussstörungen auf. Um dem vorzubeugen, möchten wir den Kindern viele Möglichkeiten im Tagesablauf schaffen, sich sprachlich zu äußern.

 

Das Spiel als Ausgangspunkt für die Sprachförderung

  • Die Interaktion des Kindes

Wenn die Kinder neu in die Einrichtung kommen, haben die wenigsten von ihnen einen Freund. Sie spielen überwiegend allein und führen dabei meist keine Gespräche. Hier ist es Aufgabe der Erzieherin erste Kontakte zu knüpfen, vertrauen aufzubauen, mit sich und anderen Kindern.

 

 

  • Die Umweltbegegnung

Im Gegensatz zum „Nacherzählen“, wo die Kinder häufig Dinge nur benennen, denen sie in der Realität noch gar nicht begegnet sind, sollten die Kinder bei uns diese in der natürlichen Umwelt kennen lernen, sie anfassen, riechen, schmecken und ihre Farbe sehen können.

 

  • Das Gespräch

Das Ansprechen und Abfragen der Kinder ist noch kein Gespräch. Ein Gespräch muss mindestens aus Frage – Antwort – Rückantwort bestehen.

Die Erzieherin strebt zunächst das Gespräch mit jedem einzelnen Kind an, weil sie hier individuell auf die Situation und das Interesse eingehen kann. Die Erzieherin muss stets Geduld zum Zuhören aufbringen, die den Kindern oft fehlt. Die Gesprächsthemen sollen einfach sein und die Kinder besonders interessieren z. B. mit was sie gern spielen. Die Erzieherin wirft immer Kurzfragen ein, die ein vielseitiges Antworten möglich macht.

 

  • Die Geschichte

Die Erzieherinnen nehmen oft für die Kinder eine literarische Gestalt an. Die Kinder lernen zuzuhören, sich zu konzentrieren und versuchen den Text zu verstehen. Für die Sprachförderung ist das Märchen auch besonders wichtig und geeignet, weil die Handlungen der Texte meist einfach ablaufen und den Kindern so das Verstehen, Nacherzählen, Mitspielen und Nachspielen erleichtern.

 

  • Das Kinderlied

Im Tagesablauf werden viele Kinderlieder in den unterschiedlichsten Situationen eingesetzt. Oft sind es aber auch Instrumentalstücke wo die Kinder selbst den Text dazu singen müssen. Hier kommen auch die unterschiedlichsten Musikinstrumente zum Einsatz.

  • Das Kindergedicht

Die Kinder werden im Rahmen der Lernangebote an Gedichte herangeführt. Hier sollen sie lernen nur kurze Gedichte auswendig zu lernen. Es wird darauf geachtet, das der Inhalt leicht zu verstehen ist.

  • Das Kreisspiel

Kreisspiele, bei denen gesungen oder ein bestimmter Satz öfter wiederholt wird, bieten den Kindern eine gute Gelegenheit, sich unmerklich ein Repertoire an Satzmustern anzueignen. Die Kinder üben in der Gruppe und fühlen sich dabei unbeobachtet.

  • Beschreiben, erklären, malen, basteln

Die Kinder werden bei jeder Möglichkeit aufgefordert ihre Handlungen und Arbeitsgänge sprachlich zu erläutern. Malen spielt nicht nur für die ästhetische Bildung sondern auch für die Spracherziehung eine wichtige Rolle. Vor dem Malen kommt das Beobachten, danach lässt sich vieles besser verstehen. Das Basteln bietet den Kindern die Möglichkeit ihre Fingerfertigkeit an unterschiedlichen Materialien auszuprobieren.

  • Das Rollenspiel

Rollenspiel hat vor allem die Kommunikationsfähigkeit der Kinder als Ziel. Das Kind soll Situationen selbst erfassen, sich hineindenken, zuhören und verstehen um selbst situationsangemessen zu handeln. Rollenspiel ist vor allem die Fähigkeit erlebtes nachzuahmen. Es wird die Beobachtungs- und Merkfähigkeit der Kinder geschult. Es sollen eigene Ideen eingebracht werden, damit die Spielfähigkeit und Spielaktivität erweitert wird. Die Kinder sollen lernen auch beim Theaterstück Mimik und Gestik einzusetzen aber auch anderen Mitspielern gegenüber tolerant zu sein. Die Kinder sollen eigene Spielerfahrungen sammeln und lernen Konflikte zu lösen.